Museum Lützen und Halle-Schlachtfeldarchologie

april 20, 2016

Das Massengrab vom Schlachtfeld bei Lützen – ein archäologischer Sensationsfund – ist bis zum 22. Mai in der Ausstellung „Krieg“ im Landesmuseum in Halle zu sehen. In derselben Zeit zeigt das Museum Schloss Lützen die Ausstellung „Tatort. Fundort. Erinnerungsort“ mit einem kleinen Sensationsfund aus der damaligen Zeit: König Gustav Adolfs Feldherrenstab, zugleich ein Fernrohr!

 

Fram till den 22 maj visas utställningen „Krieg“ med massgraven från Lützen på Landesmuseum i Halle. Under samma tid visar museet Schloss Lützen utställningen ”Tatort. Fundort. Erinnerungsort” med Gustav II Adolfs kommandostav som samtidigt var en kikare! Och som kungen förmodligen tappade på slagfältet.

 

 

Gustav Adolf-Schlachtfleldarchologie

februari 5, 2016

http://www.lda-lsa.de/aktuelles/meldung/datum/2016/02/03/naechster_vortrag_am_09_februar_2016_im_landesmuseum_fuer_vorgeschichte/

Ausstellung im Schlossmuseum Lützen kämpft mit 24.11.2015 19:08 Uhr | Aktualisiert 24.11.2015 19:12 Uhr Ausstellung im Schlossmuseum: Lützen kämpft mit | Weißenfels – Mitteldeutsche Zeitung – Lesen Sie mehr auf: http://www.mz-web.de/weissenfels/ausstellung-im-schlossmuseum-luetzen-kaempft-mit

november 26, 2015

Ausstellung im Schlossmuseum Lützen kämpft mit

http://www.mz-web.de/weissenfels/ausstellung-im-schlossmuseum-luetzen-kaempft-mit,20641108,32629410.html

 

24.11.2015 19:08 Uhr

| Aktualisiert 24.11.2015 19:12 Uhr

Archäologen im halleschen Landesmuseum für Vorgeschichte setzten vor zwei Jahren einen spektakulären Fund aus Lützen im (Burgenlandkreis) zusammen. Dort war ein Massengrab aus dem Dreißigjährigen Krieg mit 47 Gefallenen entdeckt worden. Jetzt ist es in der Ausstellung „Krieg“ zu sehen.
(BILD: Günter Bauer)

Von Günter Kowa

Im Schlossmuseum wird eine Parallelschau zur Präsentation von „Krieg“ des Landesmuseums Halle gezeigt. Gibt es bald auch wieder einen Chef?

{lang: ‘de’}

Ausstellung im Schlossmuseum: Lützen kämpft mit | Weißenfels – Mitteldeutsche Zeitung – Lesen Sie mehr auf:
http://www.mz-web.de/weissenfels/ausstellung-im-schlossmuseum-luetzen-kaempft-mit,20641108,32629410.html#plx1862782394

Abstracts Vorträge / Abstracts Lectures „Schlachtfeld und Massengrab“ – Eine Einführung “Battlefields and massgraves” – an introduction

november 6, 2015

Ausstellung Halle-Lützen 2015

http://www.lda-lsa.de/forschung/weitere_projekte/schlachtfeldarchaeologie_luetzen/

http://www.1636.de/wp-content/uploads/2011/11/Abstracts.pdf

Neue Ausstellung-„Mahnmal gegen den Krieg“: neue Sonderausstellung im Landesmuseum

november 6, 2015

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„Mahnmal gegen den Krieg“: neue Sonderausstellung im Landesmuseum
5. November 2015 | Kultur | Keine Kommentare

In großen Lettern prangt das Wort „Krieg“ am Eingang des Landesmuseums für Vorgeschichte in Halle (Saale). Das riesige Banner weist auf die neue Sonderausstellung hin, die ab Freitag für Besucher geöffnet ist. Die Schau „Krieg – eine archäologische Spurensuche“ ist bis 22. Mai 2016 zu sehen.

Anders als die Ausstellung zu Pompeji sei es diesmal kein „Blockbuster“, sagte Landesarchäologe Harald Meller. Denn Aufgabe sei es auch wissenschaftlich anspruchsvolle Ausstellungen zu machen. Krieg sei dabei schwieriges Thema, seit 2001 habe man überlegt. Viele Funde seien erstmals zu sehen, sagte Meller. Es gehe darum, den Krieg zu „dekonstruieren“, ein „Mahnmal gegen den Krieg“ zu schaffen. Im Fernsehen sehe Krieg zumeist heroisch aus. Doch dem war nicht so.

Die Schlacht von Lützen am 6. November 1632 steht im Mittelpunkt der Schau. Sie war mit mehr als 6500 Gefallenen eine der blutigsten des gesamten 30-jährigen Krieges. Als ausdrucksstarkes Antikriegsmonument bildet es das Herzstück der internationalen Sonderschau. Es wurde im Ganzen als sogenannte Blockbergung gesichert und stellt mit einer Größe von insgesamt 3,5 m x 4,5 m die größte Blockbergung dar, die bisher in Sachsen-Anhalt durchgeführt wurde. Nach seiner Sicherung wurde das Grab sorgfältig freigelegt, unter restauratorischen Vorgaben präpariert und mit modernsten bioarchäologischen Methoden erforscht. Der weltweit einzigartige Befund bietet die einmalige Chance, jedem der namenlosen Toten ein Gesicht und einen Teil seiner Identität zurückzugeben und damit die leidvollen Aspekte der Geschichte zu beleuchten, die in den einschlägigen Büchern kaum zu finden sind.

Zahlreiche Zeugnisse, wie in der Schlacht verwendete Waffen, archäologische Funde vom Schlachtfeld selbst und historische Quellen erläutern den Ablauf der kriegerischen Handlungen und betten sie in den zeitgenössischen Zusammenhang ein.

Ein eigener Abschnitt ist den beiden Heerführern, König Gustav II. Adolf von Schweden, der im Kampf den Tod fand, und Albrecht von Wallenstein gewidmet. Durch exklusive Originale, wie der elchledernen Reitjacke des Schwedenkönigs mit den Einschuss- und Einstichlöchern oder das Präparat des Lieblingspferdes Wallensteins werden einander gegenübergestellt.

Ein zweiter Ausstellungsteil widmet sich den Ursprüngen des Phänomens »Krieg«.

Aggression und Gewalt gehören ohne Zweifel zur Natur des Menschen. Regelrechte kriegerische Auseinandersetzungen sind allerdings erst ab der Jungsteinzeit nachzuweisen. Als ältesten mitteleuropäischen Beleg zeigt die Ausstellung einen Befund aus Halberstadt, Lkr. Harz, aus der Zeit um 5.000 v. Chr. Im Laufe der Zeit ändern sich Organisation, Taktik und Waffentechnologie, wie zahlreiche Belege und Ausstellungsstücke aus der gesamten Alten Welt zeigen. Erstmalig überhaupt wird das bronzezeitliche Schlachtfeld aus dem Tollensetal in Mecklenburg-Vorpommern umfänglich der Öffentlichkeit präsentiert.
Weitere spektakuläre Exponate sind ein Hörnerhelm von Viksjö aus dem Nationalmuseum Kopenhagen, bronzene Kriegerfiguren aus Sardinien und goldene Prunkwaffen.

Die Sonderausstellung wird durch ein umfangreiches Begleitprogramm mit Vorträgen, Kuratoren-Führungen, Angeboten für Kinder und Familien und besonderen Aktionen und Veranstaltungen, darunter mehrere Living-History-Events mit Söldner-Lagern des Dreißigjährigen Krieges im Hof und vor dem Landesmuseum, ergänzt (siehe Veranstaltungs-Flyer).

Gleichzeitig mit der Eröffnung erscheinen zwei neue Publikationen des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt: Der 488 Seiten umfassende, reich bebilderte Begleitband zur Sonderausstellung widmet sich der archäologischen Erforschung des Phänomens ›Krieg‹ und geht der Frage nach, wann Krieg erstmals in Erscheinung tritt. Er ist ab dem 6. November im Shop des Landesmuseums als Museumsausgabe zum Preis von 29,95 € und im Handel zum Preis von 39,95 € erhältlich (siehe beiliegende Pressemitteilung des Theiss-Verlages).

Darüber hinaus liegt zur Eröffnung der Ausstellung auch der Archäologische Kalender 2016 des Landesmuseums für Vorgeschichte vor, der erstmals zwölf Lebensbilder von bewaffneten Kriegern vergangener Epochen sowie eine Darstellung eines Kampfgeschehens umfasst. Die Illustrationen stammen aus der Hand des renommierten Künstlers Karol Schauer, der bei der Erschaffung jeden Bildes bis ins Detail archäologische Befunde und Fundstücke sowie neueste Forschungsergebnisse einfließen lässt. Seine Werke bereichern in markanter Weise seit langem die Dauerausstellung und Sonderausstellungen des Landesmuseums für Vorgeschichte. Der Archäologische Kalender 2016 ist für 18,90 € im Museumsshop und im Handel verfügbar.

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Tags:Ausstellung, Krieg, Landesmuseum, Landesmuseum für Vorgeschichte

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Copyright © 2015. Hallespektrum

oktober 29, 2015

http://www.stadt-luetzen.de/de/veranstaltungskalender/eventsearch.9.163024024659.html

Tatort – Fundort – Erinnerungsort

Hinweis auf unsere ab 5. November gezeigte Ausstellung ”Tatort-Fundort-Erinnerungsort”

Tatort – Vor den Toren unserer Stadt tobte am 6. November 1632 die Schlacht, in der der schwedische König sein Leben verlor.

Fundort – 2011 wurde ein Massengrab links der heutigen Landstraße (des damaligen Heerwegs) in Richtung Leipzig geborgen, in dem 47 Männer im Alter von 15-45 Jahre lagen. Wir können dies nur fotomäßig dokumentieren. Das Massengrab wird ab dem 7. November in der Ausstellung ”Krieg – Eine archäologische Spurensuche” im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle zu sehen sein.

Erinnerungsort – Der Stein, der seit Beendigung der Schlacht an dieser Stelle liegen soll, erklärt die einzigartige Erinnerung, die seit Jahrhunderten gepflegt wird.

Die Ausstellung endet am 22. Mai 2016


Termin

Donnerstag, 05.11.2015

Veranstaltungsort

Tatort – Fundort – Erinnerungsort
06686 Lützen  – OT Stadt Lützen
Schlossstr. 4

Email: museum.luetzen@gmx.de

oktober 29, 2015

Eine schwedische Delegation der Stiftung „Livrusthammeren“ besichtigt das noch mit Folie abgedeckte, 383 Jahre alte Massengrab der Schlacht bei Lützen im Landesmuseum in Halle. Das rund 1,6 Tonnen schwere Blockgrab mit den Überresten von 47 Soldaten steht im Mittelpunkt der Sonderausstellung „Krieg“, die am 6. November öffnet. Foto: dpa

Eine schwedische Delegation der Stiftung „Livrusthammeren“ besichtigt das noch mit Folie abgedeckte, 383 Jahre alte Massengrab der Schlacht bei Lützen im Landesmuseum in Halle. Das rund 1,6 Tonnen schwere Blockgrab mit den Überresten von 47 Soldaten steht im Mittelpunkt der Sonderausstellung „Krieg“, die am 6. November öffnet. Foto: dpa

Gespräch mit dem Landesarchäologen Harald Meller vor Beginn der Ausstellung „Krieg“ des Landesmuseums für Vorgeschichte in Halle.

Von Uta Baier

Ihre nächste Ausstellung heißt „Krieg“ und zeigt ein Massengrab als „Antikriegsmonument“. Archäologische Ausstellungen haben selten eine politische Botschaft. Ihre schon?

Harald Meller: Es ist für mich als Museumsmann traurig, aktuell zu sein. Ich wollte, alle Kriege wären im Museum. Aber da das nun mal nicht so ist, wollen wir es so gut als möglich erklären.

Seit wann gibt es Kriege?

Harald Meller Foto: LDA
 Sachsen-Anhalt/Mark Ritchie

Am Beginn der geschriebenen Geschichte, also etwa 3000 v. Chr., ist der Krieg in seiner vollgültigen Ausprägung schon da. Da gibt es Armeen, Sturmleitern, Städte, die verteidigt werden. Aus dieser Sicht scheint es, als gehörte Krieg zum Menschsein dazu. Das erzeugt immer eine gewisse Ratlosigkeit. Wenn wir nach dem Ursprung des Krieges suchen, dann müssen wir früher suchen und das kann nur die Archäologie.

Und die Archäologie hat den Ursprung des Krieges gefunden?

Krieg ist eine organisierte Auseinandersetzung erheblichen Ausmaßes zwischen zwei größeren Gruppen mit Waffengewalt. Wenn wir uns auf diese Basisdefinition stützen, sehen wir, dass es in den ersten 99 Prozent der Menschheitsgeschichte keinen Krieg gab. Die Menschen hatten zwar Waffen und töteten sich auch gegenseitig – aber nicht in organisierten Aktionen. Das war individuelle Gewalt. Der eigentliche Krieg beginnt 10 000 vor Christus mit der Jungsteinzeit. Er beginnt, seit es feste Siedlungsplätze gibt, seit es etwas zu verteidigen und zu erobern gibt. Krieg beginnt mit Kämpfern, dann mit Kriegertum und mündet in Armeen und Soldaten, also Angestellten des Krieges.

Kriege zu führen, liegt demnach nicht in der Natur des Menschen?

Krieg ist ein kulturelles Phänomen. Da ist nichts Biologisches. Alles andere ist Unsinn. Es gibt Aggression, Revierverhalten, Mord, Grausamkeit – das ist kein Krieg. Organisierter Krieg ist eine Erfindung des Neolithikums, eine Erfindung komplexer Gesellschaften.

Was halten Sie von der Erklärung, dass der Mensch schlecht ist und deshalb immer wieder Kriege führt?

Der Mensch ist weder gut noch schlecht und Krieg ist nicht schicksalsgegeben. Er ist ein kulturelles Phänomen und wird von den Herrschenden eingesetzt. Philosophen haben Rechtfertigungen gesucht, doch Krieg ist uns nicht angeboren. Krieg ist erfunden.

Was könnten wir daraus lernen, wenn wir wissen, wie Kriege waren?

Die Frage ist natürlich immer, ob der Mensch aus der Geschichte überhaupt etwas lernt. Generell gehen die Philosophen, Staatsrechtler, Historiker, auch die Politiker davon aus, dass man aus der Geschichte lernt. Das kennzeichnet uns als hochentwickelte biologische Wesen. Wir machen eine schlechte Erfahrung – zum Beispiel, wenn wir auf eine heiße Herdplatte fassen – und wiederholen sie nicht. Aber schon das Privatleben zeigt, dass man manchmal Erfahrungen wiederholt. Wir wissen, dass Krieg etwas Schreckliches und Sinnloses ist und trotzdem wiederholen wir Krieg.

Können Sie anhand ihrer archäologischen Funde sagen, ob die Menschen immer gleich gelitten haben?

Nicht gleich, nein. Bei den ganz frühen Kriegen litt die Zivilbevölkerung erheblich, denn das waren keine Schlachten, sondern Überfälle. Oft ging es um Frauenraub. In der Bronzezeit gibt es dann eine Entwicklung hin zu Armeen. Wenn Ar­meen kämpfen, sterben vor allem Krieger, die Zivilbevölkerung leidet durch Plünderungen. Am meisten aber leidet die Bevölkerung in den modernen, den technisierten Kriegen. Die Opferzahlen drehen sich erstmals um: Es gibt mehr zivile Opfer als tote Soldaten. Denken Sie nur an den Zweiten Weltkrieg.

Werden die Erkenntnisse der Ausstellung den Blick auf die historische Schlacht bei Lützen verändern?

Sie werden den Blick dramatisch verändern, weil wir mit dem Massengrab den normalen Beteiligten zeigen. Bei jeder Geschichtsdoku im Fernsehen hat man das Gefühl, dass es im Krieg immer noch ein heroisches Moment gibt. Wenn Sie das Massengrab von Lützen ansehen, dann sehen Sie nur Leid. Es muss schrecklich gewesen sein. Die Kämpfer sind von alten Verletzungen, von Hunger und Krankheit gezeichnet. Die laufen nicht heroisch in die Schlacht, die humpeln.

Und kämpften doch weiter.

Sie kämpften und hofften zu überleben, doch sie endeten tot, geplündert und nackt auf einem matschigen Feld, wo sie Tage später von Bauern bestattet wurden. Die Bauern von Lützen, die diese Menschen mit Holzspaten bestatteten, legten den letzten Toten quer über alle anderen – symbolisch als gekreuzigten Christus. Mir ist kein stärkeres Mahnmal gegen den Krieg bekannt.

”Krieg – eine archäologische Spurensuche” im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle, 6. November 2015 bis 22. Mai 2016. Katalog: Theiss-Verlag, 29,95 Euro in der Ausstellung, im Buchhandel 39,95 Euro.

Schlagwörter zum Thema: Ausstellungen | Sachsen-Anhalt | Halle | Archäologie | Kulturgeschichte | Landesmuseum für Vorgeschichte Halle | Krieg |

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Orginal Link : http://www.volksstimme.de/kultur/20151029/ausstellung-frueher-war-weniger-krieg

”Krieg – eine archäologische Spurensuche” im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle, 6. November 2015 bis 22. Mai 2016. Katalog: Theiss-Verlag, 29,95 Euro in der Ausstellung, im Buchhandel 39,95 Euro.

augusti 17, 2015

http://www.lda-lsa.de/de/landesmuseum_fuer_vorgeschichte/sonderausstellungen/krieg/ausstellung/ueberblick/

Krieg – eine archäologische Spurensuche

Die archäologische Erforschung des Phänomens »Krieg« hat in den letzten 20 Jahren enorme Fortschritte gemacht: Schlachtfelder und Befestigungen wurden ausgegraben, Massengräber geborgen, unzählige Skelette mit Verletzungsspuren untersucht, Waffen sowie bildhafte Darstellungen und historische Texte analysiert – mit fundamentalem Erkenntnisgewinn.

Das Landesmuseum für Vorgeschichte zeigt nun auf 1.000 m2 und mit Hilfe von prägnanten Objekten aus über 60 europäischen Museen und Sammlungen erstmals die wichtigsten Aspekte dieser Forschungen im Rahmen einer Sonderausstellung.

Massengrab aus der Schlacht von Lützen
Das Massengrab von Lützen während der Bearbeitung. Foto: Juraj Lipták

Bildgewaltig und mit neuesten Forschungsergebnissen wirkt der Ausstellungsteil »Die Schlacht von Lützen« wie eine Momentaufnahme, die uns aus unserer friedlichen mitteleuropäischen Welt in ein anderes Zeitalter stürzt. Die Frage drängt sich auf, wie weit die damaligen Ereignisse bzw. das »Phänomen Krieg« wirklich von uns entfernt sind. Um einer Antwort nahezukommen, gehen wir im Ausstellungsteil »Der Ursprung des Krieges« zurück zu den Wurzeln unserer Zivilisation und begeben uns auf eine archäologische Spurensuche, die bei den Jägern und Sammlern beginnt und bis zu den Kriegern der Bronzezeit führt.

augusti 5, 2015

Schlachtfeldarchäologie Lützen

siehe Link

http://www.lda-lsa.de/forschung/weitere_projekte/schlachtfeldarchaeologie_luetzen/

http://www.lda-lsa.de/fileadmin/pdf/2007_08_28_PM_Luetzen_Presseinfo.pdf

december 25, 2012

http://www.lda-lsa.de/fileadmin/pdf/2007_08_28_PM_Luetzen_Presseinfo.pdf

http://www.lda-lsa.de/fileadmin/pdf/2007_08_28_PM_Luetzen_Presseinfo.pdf